„every single day“ ist frei inspiriert nach dem Mythos
des Sisyphos von Albert Camus. Das Absurde besteht in dem Spannungsverhältnis
zwischen der Sinnwidrigkeit der Welt einerseits und der Sehnsucht
nach einem Sinn bzw. sinnvollem Handeln. Sisyphos ist Symbol für
ein Lebensgefühl und wirft uns zurück auf unseren vergänglichen
Zustand in unserer Verwundbarkeit als Menschen.
Camus hat den Mythos neu interpretiert – er hat einen Menschen
gezeichnet, der zwar schwer an der Last seiner Aufgabe trägt,
aber in der permanenten Monotonie seines Alltags Sinn und sogar
Glück findet.
Wie Sisyphos sind die Interpreten in Aktionen verstrickt, die
aussichtslos erscheinen – nicht, weil sie es wollen, sondern
weil sie unfähig sind, sich aus ihr zu lösen. In einer
Zeitschleife wiederkehrender Bewegungen mit leichten, fast unmerklichen
Veränderungen, eskaliert die Situation und führt zwangsläufig
zum Ausbruch, der eine mögliche Auflösung erreichbar
werden lässt. Alles scheint in eine entrückte Zeitlosigkeit
getaucht ... - ein emotionales Gefühl, eingefangen in Bildern,
die ebenso bizarr wie poetisch sind.
„every single day“ ist eine Choreographie des Betrachtens,
eine poetische Erwägung über den beständig wachsenden
Verdacht des Absurden. Sie treibt Alltagssituationen an die Grenze
zum Sur-Realen und lässt dort zutiefst menschliche Eigen¬schaften
erscheinen.
Es sind wandelnde Bilder in stetiger Entwicklung wie der Zyklus
des Lebens. Sisyphos steht für die tägliche Herausforderung,
etwas „Unmögliches“ zu tun. Die wiederkehrende
Monotonie verbindet Hoffnung und Illusion zugleich. "Der
Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir
müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen."