Foto cyan

falten der nacht

Konzeption/Choreographie Toula Limnaios

Komposition/ Musik Ralf R. Ollertz

film cyan

Lichtdesign Klaus Dust

Tanz/Kreation Nicolaj Jespersen, Toula Limnaios, Monica Muñoz Marin, Evelin Stadler

Presse Silke Wiethe

"Tag und Nacht" als Symbol für Traum und Wirklichkeit, Alltag und Sehnsucht, Werden und Vergehen spiegeln sie die Vielschichtigkeit der menschlichen Existenz, markieren die beiden Pole, zwischen denen der Mensch seine Taten verrichtet. Wie in einer magischen Realität wird die Bühne zur lebendig gewordenen Leinwand, aus der die Tänzer/innen hervortreten und auf phantastische Weise ein Kaleidoskop von Episoden zwischen Realität und Einbildung entwerfen, die gewöhnlich oder absurd, wie das Leben selbst sind. Vier Tänzer/innen erzählen parallel(e) Geschichten zwischen Sonne und Mond, die identisch oder gegensätzlich, von jedem unterschiedlich gesehen werden. Die einen übersetzen den Tag, frei interpretiert als die Wirklichkeit, das Hier und Jetzt, in dem der Alltag das Handeln bestimmt. Die anderen, nächtliches Gegenüber der täglichen Mühen, leben im Imaginären, in dem alles erlaubt ist, tauchen ein in ein Anderswo und verschwinden ins Ungewisse.

 

Produktion: cie.toula limnaios in Koproduktion mit dem Theater am Halleschen Ufer mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung fŸr Wissenschaft, Forschung und Kultur der Stadt Berlin.

Presseresonanzen (Auswahl)

"... und wþre es nicht Toula Limnaios, die uns zur späten Stunde ihre neueste Choreographie vorstellt, könnte man meinen, Balanchines hätte seine "Serenade" veränderten Verhältnissen angepasst. Doch nicht Tschaikowskys Weise ertönt, sondern ein sehnsüchtig stimmiger Streichklang von Ralf R. Ollertz, und je mehr sich dessen Struktur verdichtet, desto stärker stimuliert er die Szene. ... schwer zu sagen, was eigentlich zwischen Tag und Nacht geschieht. In den "Falten der Nacht" hat sich manche Erfahrung verborgen, und wer es wagt, seine Wirklichkeit wie eine Lederjacke abzustreifen, wird sich am Ende wohlmöglich selbst begreifen. Toula Limnaios lässt dem Betrachter alle Freiheit. Sie choreografiert dem Betrachter keine Banalitäten vor. Voller Fantasie und Poesie legt sie Schicht um Schicht einer Existenz frei, die in den lichten Räumen von Klaus Dust eine erstaunliche Schönheit gewinnt."

Hartmut Regitz, Die Welt, Feuilleton, Berlin, 14.10.2000.

"Toula Limnaios hat an "Falten der Nacht", einer losen Reflexion über den Raum zwischen Tag und Raum, erstmals unterstützt von Senatsgeldern gearbeitet. Mit einem kleinen Ensemble, ... das einiges verspricht. Die Choreographin und Tänzerin (bei Régine Chopinot und Pina Bausch) geht in der Berliner Szene seit einigen Jahren einen Weg fernab modernistischer Mätzchen. Was sie selbst gerne magischen Realismus nennt, ist auch diesmal eine fragile, pulsierende Gratwanderung. Limnaios schöpft aus dem Gestischen, ihre Bewegung schreibt an einem Protokoll der inneren Zustände. Gegen den immer noch dominierenden choreographischen Trend Arbeit die einer bekennenden Übersetzerin: Von Emotion in Tanz. Von Innen nach Au§en. Die immer dann überzeugt, wenn sie der Unschärfe formalen Raum gibt und Bewegung mehr sein lässt als die Entsprechung zu einem Gefühl."

Constanze Kleementz, Zitty, 19.10 - 02.11.2000, Berlin.

"Falten der Nacht"

ist eine Symphonie voller Poesie, in der der Tanz in Harmonie mit Musik und Licht Wunder vollbringt. Die cie. toula limnaios vermag es für einen Abend lang, die Bühne in einen schimärenhaften Moment in einen unvergesslichen Traum zu verwandeln."

Andrea Philippi, urbuz.com, Paris, London, Berlin, 19.09.2001

"Nächtliche Tþnze:

1997 verlegte die Compagnie Toula Limnaios auf Einladung der Akademie der Künste ihren Wohnsitz von Brüssel nach Berlin und vermag sich seitdem in dieser Stadt nicht nur mit außerordentlicher Produktivität, sondern auch mit ihrem künstlerischen Profil durchzusetzen. Mit "Falten der Nacht" präsentiert die Compagnie bereits ihre dritte Produktion in diesem Jahr, uraufgeführt im Theater am Halleschen Ufer. Das kleine, ästhetisch ausgereifte Gesamtkunstwerk aus Tanz, Licht/ Raum und Musik zeugt von einem Zusammenspiel der Schwesternkünste, wie man es nicht oft erlebt. Die Nacht beginnt, wenn die Uniform des Tages (graue Gummijacken) abgelegt werden. Nun sind die Körper weltlicher Hüllen und monotoner Anläufe entledigt und begeben sich auf die Suche nach dem eigenen Sein im Schutze blaugrauer Unbegrenztheit.

Vier Tänzer/ innen fallen in Hexengleiches Irrlichtern. Sie springen und jagen, sie begehren und verstoßen - aber Erlösung finden sie nicht. Die spiegelt den Tag mit all seinen Qualen und Vergeblichkeiten. Der Alpdruck des Tages setzt sich nicht nur fort, sondern nimmt hier erst deutlich Gestalt an. Auch das Träumen ist ein Kampf, auch das Schlafen eine Arbeit. Die Nacht spiegelt den Tag, (...um) ein wenig Last sich abzutanzen von der Seele ... Wir sind, was wir träumen. Wir träumen, was wir sind. Das alles ist choreographiert in hübscher Synchronität und leichtfüßig perfekt getanzt ..."

Arna Vogel, Neues Deutschland, 19.10.2000, Berlin.