| 8. - 10. &
13. - 17. august 2003 um 21°°
"HALLE", Eberswalderstrasse
10-11, 10437 Berlin
Konzept/ Choreographie
Toula Limnaios
Tanz/Kreation Raffaella
Galdi, Ulrich Huhn, Lena Meierkord, Krzystof Zawadzki
Komposition/ Musik Ralf
R. Ollertz
Lichtdesign Klaus Dust
Presse-Öffentlichkeitsarbeit
Silke Wiethe
Produktion:
cie.toula limnaios mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts
Pankow/Berlin. |
here to there folgt
dem Motiv von Nähe und Ferne, Ankommen und Aufbrechen, sich Hin-
und wieder Abwenden, Ruhe und Unruhe, Einheit und Vielfalt. Tänzer
und Zuschauer werden zum Spiegelbild, Schatten oder der Facette des jeweils
anderen - in einem polyphonen Portrait entsteht ein Kanon der Persönlichkeiten.
Die Portraits werden stärker in direkte Beziehung mit der Umwelt
und dem Zuschauer gesetzt. Er wird Teil der Inszenierung und des Bühnenbildes
indem er auf einer Ebene mit den Tänzer/innen im Bühnenbild
selbst sitzt.
here to there
spinnt auf einen begrenzten Raum konzentrierte Bewegungen zu einem quadrophonen
Kaleidoskop von Parallelen und Variationen fort und verteilt sie mit unheimlicher
Dynamik in stets wechselnden Konstellationen im gesamten Raum der HALLE
zu einem vielschichtig verwobenen Netz.
"Warum bin ich ich und
warum nicht Du?
Warum bin ich hier und warum
nicht dort?
Wann begann die Zeit und wo
endet der Raum?
(Peter Handke im Film "Der
Himmel über Berlin" von Wim Wenders)
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| Presse Berichte
Reine Anwesenheit in Wolken
Die Choreografin Toula Limnaios eröffnet mit "Here to here"
eine neue Spielstätte
... Mit der mehr als hundert Jahre alten, denkmalgeschützten Halle
in der Eberswalder Straße, die ab sofort Theater "Die Halle"
heißt, ist ein wunderbares Übergangsdomizil gefunden. Seit
drei Jahren probt Limnaios hier, hinter der Polizeiwache, unter einem
Dach großer, alter Kastanien. Mit "Here to here" ist erstmals
ein Stück eigens für diesen Raum entstanden, und es beweist:
Veränderung lohnt sich. "Here to here" ist eine der dichtesten
Arbeiten, die Toula Limnaios in den letzten Jahren gezeigt hat.
Das Bühnenbild besteht mehr oder minder aus den Zuschauern selbst.
... Die Stühle (sind) wie eine choreografische Notation in der Halle
verteilt. Solitäre sitzen mitten im Raum, es gibt Zweier- und Dreiergrüppchen
und kleinere Ballungen hier und da. Sechzig Zuschauer haben insgesamt
Platz - und vier Tänzer, die zunächst unbemerkt auf ihren Stühlen
rutschen und sich nach und nach in eine Wolke reiner Anwesenheit verwandeln,
die in alle Richtungen durch den Raum zieht. Denn darum scheint es vor
allem zu gehen: um verschiedene Arten von Konzentration, um durch Bewegung
erzeugte Energie- und Bewusstseinszustände.
Die Tänzer liegen zuweilen direkt vor
den Füßen der Zuschauer; hautnah gleiten die Bewegungen vorbei.
Minimalistische Abläufe werden wieder und wieder synchron durchgespielt,
bis sich der Erste unauffällig aus dieser Monotonie zu lösen
beginnt oder alle gemeinsam plötzlich in einen anderen Rhythmus,
eine andere Anordnung verfallen. Wie finden Wechsel statt, wie schleicht
sich Neues ein, wie kann sich eins aus dem anderen ergeben - das ist das
Spiel.
Das Klacken der Jackenknöpfe, die geöffnet und geschlossen werden,
das Geräusch der durch die Luft schneidenden Arme, die Gespanntheit
der Tänzerkörper selbst in den ruhigsten Momenten ... Der Kontakt
zu den Zuschauern erwächst nicht aus einem direkten Anspielen, sondern
aus purer Präsenz.
Berliner Zeitung, Feuilleton, Michaela Schlagenwerth, 11.08.2003.
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Schummriges Licht fällt durch die großen
Fenster der alten HALLE auf das in die Jahre gekommene Fischgräteparkett.
Von der blassgrün gestrichenen Backsteinwand blättert die Farbe,
etwas verblichene Symbole für die Sportarten Handball, Kunstturnen
und Tischtennis weisen an den Wänden auf die ursprüngliche Nutzung
des Raumes als Halle hin.
Einzeln, paarweise oder zu viert hat man Stühle für die Zuschauer
im Raum gruppiert und somit befindet sich das Publikum inmitten des tänzerischen
Geschehens. „here to there“, so hat die seit 1997 in Berlin
ansässige Choreographin Toula Limnaios ihr neuestes Tanzstück
betitelt, das sich als Fortführung der vorangegangenen Produktionen
„ISSON“ und „drift“ versteht.
Ein besonderer Raum wie die alte Halle erfordert besondere choreographische
Lösungen. Somit entschied sich Toula Limnaios die Zweidimensionalität
des konventionellen Theaterraums zu durchbrechen. Daher sitzen die Zuschauer
bei „here to there“ in kleinen Gruppen im Raum verteilt und
erfahren den Tanz aus unmittelbarer Nähe.
Zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer finden sich zu einem Cluster
in der Mitte der HALLE zusammen. Sie bewegen sich zunächst synchron
zueinander mit fließenden, fast meditativ wirkenden Bewegungen.
Dann bricht dieser Zusammenhalt auf. Im Raum verteilt suchen sich die
Akteure einzeln neue Fixpunkte, sind für sich, konzentrieren sich
auf die Atmung, auf reduzierte Bewegungen der Hände, eines Arms,
des Oberkörpers.
Komponist Ralf. R. Ollertz hat zu den mitunter traumwandlerisch wirkenden
Sequenzen eine Musik geschaffen, die zumindest teilweise Elemente des
Tanzes aufgreift und widerspiegelt.
RBB – Rundfunk Berlin Brandenburg, Radio 3, Zeitspiegel
– Aktuelles aus Kultur und Gesellschaft,
Bericht und Interview von Sabine Loeprick (5 min) mit Toula
Limnaios (Choreographie)
und Ralf R. Ollertz (Komposition/ Musik & Produktionsleitung) Mittwoch,
07.08.2003, 17.05 - 18 Uhr
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