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Die Choreographin und Interpretin Toula Limnaios wurde 1963 in Athen geboren, von wo ihre Familie im gleichen Jahr nach Belgien immigrierte. Nach ihrer Ausbildung in klassischem und modernem Tanz, M.-Alexander- und Laban-Technik sowie Musik in Brüssel, arbeitet sie als Interpretin mit Claudio Bernardo, Régine Chopinot und als Assistentin mit Pierre Droulers. Schon während dieser Zeit choreographiert sie ihre eigenen Soli und setzt, nach einem Workshop bei Susanne Linke, ihre Ausbildung an der Folkwang-Hochschule bei Malou Airaudo, Jean Cébron, Lutz Förster und Dominique Mercy in Essen fort. Nach kurzer Zeit wird sie Mitglied des Folkwang-Tanz-Studios unter der künstlerischen Leitung von Pina Bausch, und arbeitet mit den Choreographen Rainer Behr, Stefan Brinkmann und Raffaela Giordano. Neben ihrer Arbeit als Choreographin tritt sie häufig bei Live-Improvisationen mit den Musikern Konrad Bauer und Peter Kowald auf. 1996 gründete sie zusammen mit dem Musiker und Komponisten Ralf. R. Ollertz und dem Lichtdesigner Franco Marri in Brüssel die cie. toula limnaios. Seit 1996 entstanden 26 abendfüllende Choreographien.Tourneen und Gastspiele führten Toula Limnaios seitdem nach Belgien, Italien, Polen, Deutschland, Frankreich, Zypern und Spanien sowie in die Schweiz. 2004 erhielt sie eine Berufung als Professorin für zeitgenössischen Tanz an die Palucca Schule in Dresden, die sie aus zeitgründen ablehnte.2007/2008 war sie Gastprofessorin für Choreographie an der Ernst Busch Hochschule in Berlin.

 

"Toula Limnaios Kunst vollzieht sich in kleinen Pinselstrichen. Als Choreographin der zwischenmenschlichen Stimmungen ist sie eine Malerin des Intimen, eine Poetin der innersten Gefühle, die sie auf sehr zurückhaltende, umsichtige Art auszudrücken weiß: Wenn sie mit einer gro§en Geste Gefühle wachruft, die an jene durch Pina Bausch in Szene gesetzten erinnert, macht sie es mit sehr viel mehr Zurückhaltung, mit Zartheit und äußerster Empfindsamkeit und sie ist doch stets bedacht, ihr Publikum dabei nicht zu verletzen oder gar vor den Kopf zu stoßen. Ihre Werke strömen einen Hauch von Romantik aus, voll Zartheit und Tiefe, mit vergänglichen und zerbrechlichen Bildern voller Wärme und Hoffnung, voller Nostalgie. Bilder, die die Grenzen von Traum und Realität durchbrechen, in denen die Kindheit einen wichtigen Platz einnimmt, und die Märchenwelt sich mit eben diesen Bildern eng vermischen. Nichts, was nicht ein Auszug des Herzens ist, findet bei Toula Limnaios Ausdruck, wobei dort vielleicht die Originalität dieser Künstlerin, einer Perfektionistin der Extreme liegt. Ihre Extreme zentrieren sich um den Mensch, die Mysterien seiner Herkunft, um das Feuer seiner Zukunft."

(Jean-Marie Gourreau, Kritiker von "Saisons de la danse ", Paris)