Foto D.Hartwig

double sens
Konzept/ Choreographie
Toula Limnaios
Tanz/ Kreation
Anuschka von Oppen, Carlos Osatinsky, Katja Scholz, Hironori Sugata
Musik
Ralf R. Ollertz
Lichtdesign
Klaus Dust
Bühne
Katrin Plötzky
Bühnenbauten
Heinz Adlung
PR
Silke Wiethe
   
   
   

Eine Produktion der cie. toula limnaios mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin und des Kulturamts Pankow.

 

Nichts ist wie es scheint - double sens - spürt irritierenden Sinnes-eindrücken nach und hinterfragt den Kern der eigenen körperlichen Präsenz. Der Körper, verstanden als Membran, der wie ein Spannungsfeld zwischen seiner Oberfläche und unserer Umgebung vermittelt und offenbart, was sich unter seiner Haut verbirgt. double sens - eine doppelte Bewegung zwischen sich der Welt hingeben und aus ihr zurückziehen, ein ebenso humorvolles wie poetisches Portrait, das über das sichtbare Abbild hinausweist, auf das, was uns hinter der sichtbaren Oberfläche innerlich bewegt.


„... die Welt ist nicht so ..., wie man es oft glauben machen will. Die Umrisse sind ungenau, was wirklich zählt, sind die Schattierungen. Nichts ist entweder schwarz oder weiß, das Böse kann eine Verkleidung des Guten oder der Schönheit sein und umgekehrt, und das eine muß das andere nicht ausschließen. ... Es gibt unendliche viele Möglichkeiten. Das Leben ist ein ungewissen Abenteuer in einer Landschaft, deren Konturen immer in Bewegung sind: Jede Grenze ist künstlich, alles kann jeden Augenblick neu beginnen oder jäh enden ...“

Arturo Pérez-Reverte: Das Geheimnis der schwarzen Dame.

Presse Berichte

... Toula Limnaios wiederum bezaubert mit einer somnambul-phantastischen Arbeit, ihrem schönsten Stück seit langem.


Berliner Zeitung, Feuilleton, Michaela Schlagenwerth, 7.12.2004.

"double sens" war das bewegungsreichste Stück von sieben Premieren vor der Tanznacht und fast auch das einzige, das die Schönheit der Bewegung und die Modulation der Energie in den Vordergrund stellte. Die Tänzer erscheinen manchmal nur als dunkle Silhouetten, die sich langsam deformieren, als würde die Tinte weglaufen, mit der die Figur gezeichnet ist. Ein großer Sog verbindet die Szenen: "double sens" blieb das einzige Stück, in dem die Bewegungen sich aus sich selbst begründeten.“


taz, Berlin lokal Kultur, Katrin Bettina Müller, 11.12.2004

Bewegung in Schatten und Licht. Zwei Gruppen zeigen neue Stücke in der »Halle« in Prenzlauer Berg: ... seit einem Jahr ist das schlicht »Halle« genannte Gebäude Tanzbühne. ... Das einjährige Jubiläum bestreiten jetzt die Hausherren gemeinsam mit der Tanz-compagnie Rubato in Form eines Doppels mit „double sens“ (Toula Limnaios) und „Adrenalin“ (Rubato).
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Eher sphärisch, leicht dahingetupft, wie im Übergang von Wachen und Träumen wahrgenommen, ist double sens – der Aufenthalt in einem Zwischenbereich.
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Mit halbtransparenten Materialien umhüllt ist die Bühne bei Toula Limnaios. ... Die Vorhänge wirken wie eine Membran. Gedämpft nur dringt etwas von außen nach innen. Manchmal ist gleichsam als irritierender Schatten die Silhouette eines Tänzers auszumachen, dessen Partner sich diesseits der Membran bewegt. „double sens“ spürt dem nach, was unter der Haut vorgeht.

Neues Deutschland, Berlin-Kultur, Tom Mustroph, 8.12.2004.

... Proben im eigenen Theater, wie wunderbar! Einen Stock höher gibt es noch mal 120 m2 Probenbühne für Gäste wie die heimatlose Berliner Kompanie Rubato.

Klar, eine Halle ist Luxus und kostet mehr, als die Basisförderung bringt. Dafür geschieht ein Wunder: Seit Limnaios im festen Raum lebt, wird sie wahrgenommen. Das Naturgesetz der Sesshaftigkeit: Nur wer Sichtbares hat, wird gesehen. Das war bei Sasha Waltz auch nicht anders.
ballet-tanz, Arnd Wesemann, Nov. 2004.

Toula Limnaios ist die Poetin des Tanzes. Und zugleich eine Frau der Tat. Der ... Choreographin verdankt Berlin seine jüngste Tanzbühne: die „HALLE“.
Tagesspiegel/ Spielzeit, Sandra Luzina, November 2004.

Die Berliner cie. toula limnaios hat ihre Probenräume zur öffentlichen Bühne gemacht und damit zu einem Anziehungspunkt für die Tanzszene. Barbara Wiegand über den Ort und das aktuelle Programm:
Traumhaft ist die Atmosphäre in der denkmalgeschützten ... Halle. Die hohe Holzdecke über der ebenerdigen Bühne, die wie die Zuschauertribüne sanft von durchsichtigen Vorhängen begrenzt wird. Vorhänge, die den nebulösen Eindruck des milchweißen Lichtes verstärken und die Backsteinwände ... kaum sichtbare Ferne entschwinden lassen. Außerdem sind diese Vorhänge eine Art Membran, durch die die vier Tänzer der cie. toula limnaios eindringen und wieder verschwinden. Manchmal sind ihre Bewegungen dabei wie jenseits der Zeit ... Jeder ist für sich mit seinem Körper, während kurz darauf der eine zum Teil des anderen wird, von ihm bewegt wird.
Passend zu den sphärischen, mal flirrend, mal dumpf wabernden Klängen von Ralf. R. Ollertz. Der Komponist hat sicher Recht, wenn er sagt, dass es vor allem auf die Qualität des Tanzes und nicht so sehr auf den Ort ankomme. Aber dieser Raum verdichtet das, was darin geschieht, verstärkt beeindruckende Einfälle.

infoRADIO (RBB): KulturKompakt (4 min)
Bericht/ Interview mit Toula Limnaios/ Ralf R. Ollertz
zum einjährigen Jubiläum der HALLE, sowie der Besprechung beider Premieren von Barbara Wiegand, Fr, 26.11.2004, 16.55 Uhr.